Am Abend des 28.09.2011 fand im Konferenzraum des Klubs der Workshop “Produktfotografie” unter der Leitung unseres Mitglieds Andreas Neufahrt statt. Wie immer bei seinen Workshops werden hier die Teilnehmer richtig eingespannt und mussten sich die Bilder erarbeiten – nichts mit zurücklehnen und berieseln lassen
Zum Einstieg machte Andreas eine kurze Einführung in die Produktfotografie, gab einige Denkanstöße und Hinweise – dann ging es richtig los.
Das Ziel für den Abend, 2 Aufnahmen:
- für eine Auktion im Internet – also weißer Hintergrund – einfache Ausleuchtung
- für einen Katalog – schwarzer Hintergrund – es muss gut aussehen
Die erste Aufgabe gingen wir mit einem weißen Fotokarton der mit Klebeband an einem Stuhl eine Hohlkehle bildete an. Das Licht kam von einer kleinen Softbox mit Dauerlicht von links. Aufgehellt wurde rechts mit einer kleinen Styroporplatte. Das Ergebnis seht ihr rechts. Nicht spannend, aber solides Handwerk. Für eine Auktion gerade richtig.
Zwei Dinge haben wir dabei gelernt:
- Die Brennweite sollte mit Bedacht gewählt werden. Wer einfach sein Zoomobjektiv nutzt um von einem sinnfrei gewählten Stativstandort das Objekt formatfüllend zu fotografieren läßt sich was entgehen. Das Bild wurde mit umgerechnet 50mm gemacht. Das gleiche Bild mit 100mm sieht flacher aus. Je nach Objekt sollte man sich dazu noch vor dem richtigen Einrichten des Lichts ein paar Gedanken oder Probebilder machen.
- Es lohnt sich das Objekt vor dem Fotografieren genau zu betrachten. Denn wer am Anfang 2 Minuten für das Putzen / Entstauben aufwendet, der kann sich 30 Minuten und mehr für das digitale Staubentfernen mit dem Retuschepinsel sparen. In unserem Fall wäre es angebracht gewesen das Objektiv zu putzen.
Bei der zweiten Aufgabe haben wir einen scharzen Hintergrund gewählt. Das Objekt ist schwarz, der Hintergrund ist schwarz, also müssen die Kanten durch Streiflicht von hinten hervorgehoben werden. Das haben dann zwei kleine Einfachblitze erledigt. Der Versuch mit einer Styroporplatte dieses Streiflicht für die Ausleuchtung von vorne zu nutzen schlug übrigens fehl. Da kam nicht genug an. Also wurde die kleine Softbox mit Dauerlicht reaktiviert und die Belichtungszeit entsprechend angepasst.
Das Bild war nicht schlecht, aber ihm fehlte noch was. Also zog Andreas seine Geheimwaffe aus dem Koffer. Ein Stück scharzes Laminat. Das hat er aus einer angebrochenen Packung Laminat im Baustoffladen für einen Euro erstanden.
Nicht zu fassen was das ausmacht. Das fertige Bild seht ihr am Anfang des Artikels. Wir hatten übrigens den schwarzen Fotokarton einfach über den weisen gelegt und dabei oben den weißen unabsichtlich noch rausschauen lassen. Dadurch kam der helle Streifen im Bild zustande. Das nächste Mal werden wir das gezielt nutzen.
Auch wenn es sich vielleicht anders angehört hat. Es wurde nicht mit teurem High-End Equipment gearbeitet. Die Blitze sind Billigware aus Hongkong, die Dauerlicht Softbox mit Stativ und Lichtquelle wurde bei eBay für 20 Euro erstanden. Fotokarton und Lamit haben sogut wie nichts gekostet. Das einzigste was wirklich benötigt wurde: Phantasie und ein wenig Sachverstand.
An dem Abend wurde natürlich viel gefachsimpelt - das darf auf so einer Veranstaltung nicht fehlen. Jeder Teilnehmer, Andreas nicht ausgenommen (siehe den hellen Streifen ), konnte was neues lernen und sich inspirieren lassen. Dem Feedback konnte man deutlich entnehmen, dass diese Veranstaltung ein voller Erfolg war!




Hallo zusammen,
vielen Dank für die tolle Mitarbeit beim Workshop – es hat super viel Spaß gemacht!!!
Gruß
Andreas
Pingback: Workshop Produktfotografie
Hallo Andreas,
vielen Dank für den tollen Workshop. Wie immer bei dir hat es sehr viel Spaß gemacht und viel gebracht.
Gruß
Dieter
Hallo Andreas,
das war eine super Aktion. Ich bin überzeugt, dass dieser Workshop die Qualität der Fotografie in unserer Sparte deutlich erhöht.
Vielen Dank für deinen Einsatz.
Mit fotografischen Grüßen. Michael.
Hallo!
Ich faß´ es nicht: Am Anfang dieses Berichts war ein Bild, wie ich es mit Silbergegenständen gerne machen möchte – dunkler Hintergrund und ein heller Streifen hinter dem Objekt!
Ich arbeite viel mit einem Lichtzelt, das ich selber gebastelt habe. Mein Problem ist nur, dass ich gezwungen bin mit weißem Hintergrund zu arbeiten, weil ich bislang kein geeignetes schwarzes Tuch oder sonst etwas gefunden habe um damit den dunklen Untergrund gutaussehend zu gestalten.
Zwei Fragen hätte ich aber dennoch: Ist dieses Laminat das im Bericht erwähnt wird, hochglänzend? Und woher kommt denn das Licht genau her? Mein Problem ist, dass ich glaube mit Lampen arbeiten zu müssen, weil mit Blitz zu arbeiten nicht geht (ich bin alles andere als ein Fotoprofi und bekomme das einfach nicht hin). Meine Silbergegenstände reflektieren viel zu stark. Hätten Sie einen Tipp dahingehend?
Beste Grüße und vielen Dank!
Christopher
Hallo Christopher,

vielen Dank für Dein Feedback, es freut mich sehr dass unser Blog auch ausserhalb der Fotosparte des IBM-Klubs Beachtung findet
Nun zum Thema, grundsätzlich kannst Du fast alles als Hintergrund benutzen was irgendwie zum Objekt passt. Im Fall des ersten Fotos im Blogpost handelt es sich um Hochglanzlaminat, aber das muss nicht es sein, man kann auch einfache Bastelpappe benutzen. Wenn man nun eine reflektierende Oberfläche haben will kann man das mit transparenter Klebefolie, Sprühlack etc. erreichen. Es kommt eben immer darauf an wie gross und/oder flexibel die Fläche sein soll, denn eine Laminatplatte ist schon sehr begrenzt und lässt sich nicht verformen! Was auch sehr gut funktioniert ist Wasser – Pfützen reflektieren ja auch sehr gut – darauf kommt man nur nicht gleich. Aber ACHTUNG, Wasser kann eine ganz schöne Schweinerei anrichten
Der weisse Streifen im Hintergrund ist eine Reflexion eines Reflektors. Zuerst wollte ich die Reflexion (ich glaube es war ein Stück weisse Pappe) durch verschieben weg bekommen, aber dann gefiel mir das doch recht gut und ich habe sie drin gelassen.
Ich selbst bin auch kein Profi, aber ich weiss dass reflektierende Gegenstände sehr schwierig zu fotografieren sind, da sich einfach alles darin reflektiert – selbst gestandene Profis haben sich an solchen Objekten schon die Zähne ausgebissen.
Auch will ich noch zu bedenken geben, ob ein Lichtzelt wirklich das richtige ist, denn man schränkt sich mit der Lichtführung schon sehr ein – ausser man will das Objekt freistellen.

Ich selbst fotografiere grundsätzlich nie mit einem Lichtzelt – ich besitze ja auch keins
Das mit der Lichtführung ist eigentlich auch nicht so schwer, ob man nun Dauerlicht oder Blitze benutzt ist nicht wesentlich – bei Dauerlicht sieht man eben vorher was passiert, bei Blitzen muss man es sich eben vorstellen und ggf. korrigieren – alles nur Übungssache, Blitze haben normalerweise mehr Power!
Viele machen den Fehler und wollen das Licht “setzen”. Überlege dir lieber wo die Schatten sein sollen, gegenüber wird dann wohl das Licht positioniert werden müssen
Jetzt stellt sich nur noch die Frage wie weich o. hart die Schattenverläufe werden sollen. Weiche Schatten erzielt man in dem man relativ zur Distanz die Lichtquelle grösser macht, d.h. entweder man vergrössert die Lichtquelle in dem man irgendwo durch leuchtet (Schirm, Papier, Softbox, etc.) o. man verringert die Distanz – beides geht natürlich auch.
Hoffentlich konnte ich Dir mit der Antwort etwas helfen. Auf meinem privaten Block habe ich zu diesem Thema auch schon mal ein Post veröffentlicht http://blitzdings.info/2011/09/glucksschwein-im-wasserglas-2/#more-1838
Evtl. hilft Dir das auch noch etwas.
Liebe Grüße
Andreas