Stativkopf Test

Schon lange habe ich mich mit dem Wunsch für einen neuen Stativkopf rumgeschlagen. Am besten gefiel mir der Getriebeneiger von Manfrotto, aber Gewicht und die gigantische Schnellkupplungsplatte sind nicht gerade attraktiv.

Also habe ich mich weiter umgesehen und den Sirui K-20X sowie den Manfrotto MH054M0-Q2 (was für ein blöder Name) in die engere Wahl genommen.

Grundlage für den Sirui was ein Bericht auf Traumflieger.de. An den Manfrotto kam ich durch die Kommentare für den Sirui in Amazon.

Sirui K-20X

Der Kopf ist ordentlich gearbeitet. Er macht auf Anhieb einen wertigen Eindruck. Er hat eine Arca Swiss kompatible Schnellwechselplatte. Die Platte kann von oben oder, nach dem Drücken eine Knopfes von der Seite eingesetzt werden. Ein Feststellknopf für die horizontale Verstellung und einen für den Kugelkopf. In dem Knopf für den Kugelkopf ist die Einstellung für die Friktion. D.h. man stellt hier ein wie weit die Feststellung für den Kopf gelöst werden kann. Ich persönlich finde den Kopf total toll. Nicht zu groß, gut zu bedienen. Klasse.

Manfrotto MH054M0-Q2

Der Kopf ist nicht aus Alu sondern aus Magnesium hergestellt. Ein grosser Hebel für die Kugel, einer für die Friktion, einer für die horizontale Einstellung. Das gute Stück ist mit ca 600 g fast 1,5 mal so schwer wie der Sirui und etwas größer. Die Schnellwechselplatte ist Manfrotto spezifisch. Das ist ein klarer Minuspunkt. Manfrotto hat mehrere unterschiedliche Schnellwechselplatten im Angebot und scheint das Design der Platten immer mal wieder zu wechseln. So ist die Platte meines alten Manfrotto Kugelkopfs zwar sehr ähnlich aber doch nicht benutzbar. Hier wäre ein allgemein genutzter Standard wesentlich besser.

Test

Ich habe die Köpfe mit einer D90 und dem Nikon 2,8/105 sowie dem 70-300 Zoom getestet. Mit kam es dabei besonders auf das Absinken beim Feststellen an. Wenn ich den Sirui ordentlich ausrichte und dabei langsam zuziehe ist ein Absinken feststellbar und störend. Dass kann man verringern indem die Friktion weiter angezogen wird und die Kamera nicht am Objektv sondern am Stativkopf ausgerichtet wird (Hand unter der Kupplung). Blöd wird des aber, wenn der Ausschnitt nochmal korrigiert werden muss. Die Kugel scheint zu kleben. Ich musste mehr Kraft aufwenden um diesen Widerstand zu überwinden, dadurch wird die Bewegung größer als gewollt. Erstmal nicht schlimm, aber das passiert auch wenn die Friktion so eingestellt ist, dass ein Absinken beim Festziehen unterbleibt. Feine Korrekturen sind daher nicht einfach. Das nervt gewaltig.

Beim Manfrotto bleibt dieser Effekt aus. Wenn die Friktion so eingestellt wird das die Kamera ohne Kraft nicht mehr absinkt, dann wird beim Feststellen die Position gewahrt. Kein Absinken. Feine Korrekturen sind immer noch möglich. Die Kugel läuft butterweich. Ein Kleben wir beim Sirui ist nicht festzustellen.

Fazit

Der Sirui geht zurück. Mit tut es in der Seele weh. Der Kopf war genauso wie ich ihn wollte. Arca Swiss, klein, leicht, klassisch schön. Aber der Sinn und Zweck ist ein vernünftiger Lauf der Kugel. Und genau das macht er nicht ordentlich.

Der Manfrotto ist da wesentlich besser. Wenn nicht dieses verfehlte Design der Schnellwechselplatte wäre, würde ich sagen perfekt. Ich werde also meine Zeit mit dem Wechseln der Platten verbringen, wenn mal ein anderes Stativ mit einem anderen Kopf genutzt wird.

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One Response to Stativkopf Test

  1. Klasse Bericht – danke Peter!!!
    Das ist doch echt zum heulen, endlich mal ein bezahlbarer Kugelkopf mit Arca Swiss – dann ist das Kugelgelenk grottig, das ist echt schade…
    Allerdings ist es für mich auch eine Bestätigung mit dem Getriebeneiger von Manfrotto die richtige Wahl getroffen zu haben…

    Gruß
    Andreas